„Bild und Gesicht“, Ausstellung von Samuel Spalinger
Installation

„Bild und Gesicht“, Ausstellung von Samuel Spalinger

Der Künstler Samuel Spalinger befasst sich mit dem Thema Mensch, allgemeiner mit dem Wesenhaften. Dabei versucht er, dem Menschen und dem Wesenhaften mit ästhetischen Mitteln nachzuforschen. Der Keck-Kiosk in Basel eignet sich sehr gut dazu. Denn von aussen betrachtet sieht das kleine Gebäude aus wie ein Kopf, die Frontseite wäre das Gesicht, dabei wäre das Dach ein Cap.

Das vor die Thekenöffnung montierte horizontal zweifarbige Bild ist zugleich Gesicht und auch Bewusstseinsraum, man sieht gewissermassen „in den Kopf“ rein. Das Bild oszilliert zwischen abstrakter flacher 2-Dimensionalität und einem perspektivischen gegenständlichen Raumbild, beispielsweise ein offener Meereshorizont.

Es handelt sich bei dieser Arbeit um Kunst im öffentlichen Raum. Deswegen ist nicht auszuschliessen, dass Passanten ins Bild reinkritzeln und reintaggen. Obwohl der Künstler gar nicht weiss, ob er überhaupt will, dass ein Passant reinkritzelt und reintaggt, verliefe das Konzept der Arbeit im Fall des Reinkritzelns und Reintaggens dann so: Im Rahmen der künstlerischen Figur-Grund-Unterscheidung verfügt das Bild bereits durch die Streifen über eine erste Figur. Würde durch Passanten reingekritzelt, zumal offene Horizonte verführerisch sind, würde sich das Bild mit weiteren Figuren auffüllen und die Spannung des Bildraumes würde sich verändern. Das Bild löst sich dadurch von der abstrakten 2-dimensionalen Flächigkeit und wird mit Gegenständen aufgefüllt immer deutlicher zu einem „gegenständlichen“ 3-dimensionalen Raumbild. Der Horizont des Künstlers würde dadurch mit dem Horizont eines taggenden und kritzelnden Passanten geteilt. Daher stellt sich die Frage, ob menschliche Horizonte immer unverstellt-offen sind, oder ob sie nicht schon immer in irgend einer Weise geteilt sind. Im Innenraum des Kiosk sind weitere Arbeiten ausgestellt, die thematisch mit der Bildarbeit verbunden sind.

Vernissage am Samstag 23.1.2016 um 16 Uhr
Dauer: 23.1. 2016 – 6.2. 2016